Die Chronik des VW Busses


1947   Ben Pon hatte eine geniale Idee

    Der Zufall schrieb Automobilgeschichte: Als der niederländische Importeur Ben Pon im April des JahresPlattenwagen 1947 über das Volkswagen Werksgelände in Wolfsburg ging, traf er auf ein mehr als merkwürdiges Gefährt. Das hatten sich ein paar Volkswagenarbeiter selbst gebaut, um es beim Transport schwerer Platten von Halle zu Halle ein bißchen leichter zu haben. Wenig später, am 23. April, kristallisierte der Eindruck sich urplötzlich zur Idee. In seinem Notizbuch skizzierte Ben Pon einen Autotyp, den es bislang auf der Welt noch nicht gab, einen Frontlenker mit Heckmotor und einem kastenförmigen Aufbau.Skizze Die Skizze wurde der Startschuß für ein Millionending: den Volkswagen Tansporter. Denn er füllte - lange bevor das dazu passende Wort geprägt wurde - eine Marktlücke, die der Zweite Weltkrieg in Mitteleuropa gerissen hatte und die durch die immer mehr in Schwung kommende Wirtschaft keineswegs kleiner werden sollte. Einfache, robuste, preiswert zu fertigende und zu unterhaltende Transportfahrzeuge von hoher Flexibilität waren das, was der Markt verlangte. Noch zeichnete sich das Wirtschaftswunder erst zaghaft ab, aber es war klar, daß Handwerker und Kleingewerbler, Einzelhändler und kleine Mittelstandsbetriebe genau das brauchten, was auf dem kleinen Block Ben Pons umrißhaft Gestalt angenommen hatte. Es ist nicht zuverlässig überliefert, ob es leicht gefallen war, die Ingenieure in Wolfsburg zu überzeugen, sich auf das Wagnis einzulassen. Ben Pon blieb hartnäckig und konnte Heinrich Nordhoff überzeugen. Der setzt, nicht ohne Skepsis, seine Konstruktionsabteilung auf die Idee an. Und der Urtyp des Transporters nimmt bereits kurze Zeit später Gestalt an.

1950   Der Transporter der 1. Generation ( 1949-1967 )

    T1Der ziemlich rundliche Prototyp, der werksintern im November 1949 hinter verschlossenen Türen Premiere feiert, hat sofort seinen Namen weg: "Bulli". Doch als am 8. März 1950 im Stammwerk die Serienproduktion eines der erfolgreichsten Automobile der Geschichte beginnt, ist aus dem Namen ein Spitzname geworden. Der Transporter verwendet Motor und Achsen des Käfers, verzichtet aber auf einen Zentralrohrrahmen. Stattdessen gibt es eine selbsttragende Karosserie, die sich auf einem Leiterrahmen abstützt. Die Nutzlast ist ca. 750 Kilogramm. Der Motor hat 1131 ccm Hubraum, Leistung 18 kW (25 PS) bei 3300/min. Der VW-Bus befördert bis zu acht Personen, mit ein paar Handgriffen lassen sich die beiden hinteren Sitzreihen ausbauen, um Lasten zu befördern. Die Serienproduktion beginnt am 8. März mit 10 Wagen pro Tag. Diese erste Transporter-Generation wird bis zum Jahr 1967 gebaut.

1951

    SambaDer Samba-Bus wird vorgestellt. Er ist ausschließlich für die Personenbeförderung konzipiert. Zweifarbenlackierung, ein Rolldach, reichlich Chrom und 21 Fenster setzen auch hier neue Maßstäbe.


1952

    Der Pritschenwagen wird vorgestellt und bleibt bis heute der ideale Partner für das Bauhandwerk und viele Handwerksbetriebe. Unter der durch Plane und Spriegel zu schließenden 4 qm großen Pritsche gibt es einen abschließbaren Stauraum. Der Pritschenwagen mit Doppelkabine wird im November 1958 vorgestellt.

1954   Entscheidung für Hannover

    Vier Jahre später lief in Wolfsburg der 100.000ste Volkswagen Transporter vom Band. Ein unglaublich universelles Nutzfahrzeug war das - damals schon 30 verschiedene Modelle, vom Bus über den Kastenwagen bis zur Pritsche. Und es war bald klar, daß man ein eigenes Werk für ihn bauen mußte, wollte man in Wolfsburg nicht am eigenen Erfolg ersticken. Nur mit Notmaßnahmen war es gelungen, die Transporterfertigung zu erhöhen. Die Tagesproduktion liegt bei etwa 80 Fahrzeugen. Heinrich Nordhoff entschließt sich zum Bau eines "Transporterwerkes".

1955

    Der neue Standort fand sich rasch: Hannover. Am 24. Januar 1955 fiel die Entscheidung für den Bau des neuen Werks. Fünf Wochen danach, am 1. März 1955, legte "Mister Volkswagen", Professor Dr.-Ing. Heinz Heinrich Nordhoff, persönlich den Grundstein. Ein neues Kapitel Automobilgeschichte wurde aufgeschlagen.

1956

    Am 8. März laufen im neu errichteten Volkswagen-Transporterwerk in Hannover die ersten Transporter vom Band; die Serienproduktion beginnt am 20. April. Der allererste Transporter war ein Leichtgewicht: 890 Kilogramm brachte er vollgetankt, aber ohne Fahrer und Reserverad auf die Waage. Auch mit diesen Lasten blieb der Typ 2 (wie er im Gegensatz zum Käfer, dem Typ 1, genannt wurde) noch unter einer Tonne - 990 Kilogramm war sein Leergewicht. Gar nicht so viel weniger war seine Nutzlast - 750 kg. Mit Platz für zwei bis drei Personen im Fahrerhaus und 4,6 Kubikmeter Laderaum zeigte der Volkswagen Transporter sich als wendig und - wenigstens für die damaligen Verhältnisse - auch ganz flott: 75 km/h Dauer-Höchstgeschwindigkeit. Dafür sorgte sein kleiner (1131 ccm) und doch eher schwachbrüstiger Motor im Heck, der 25 PS bei moderaten 3300/min leistete. Dieses Aggregat war nicht auf Höchstleistung, sondern auf Zuverlässigkeit ausgelegt. Ein Straßenverbrauch von 9 l/100 km und eine hohe Lebenserwartung waren der Lohn für diese Bescheidenheit. Im Laufe der Jahre wuchs der T1 sozusagen mit seinen Aufgaben. Aber er behielt unter der geteilten Frontscheibe sein Gesicht, bis er durch den T2 abgelöst wurde, ein "Familien-Gesicht", das ihn eng mit dem Käfer verband. Erst 1996, als die Pkw-Versionen das "Happy Face" ihrer kleineren Geschwister erhielten, ist diese Familienähnlichkeit zum Transporter zurückgekehrt.

1957

    Die Nachfrage nach Volkswagen kennt anscheinend keine Grenzen. Die Produktionskapazitäten der Werke Wolfsburg, Braunschweig und Hannover sind voll ausgelastet. Trotzdem baut sich ein Rückstau unerledigter Bestellungen auf, der nur durch weitere Expansion der Produktionskapazitäten verringert werden kann. Im Oktober kauft Volkswagen deshalb ein weiteres Grundstück in Kassel.

1958

    Im Werk Kassel beginnt mit 25 Mitarbeitern die Arbeit in der Aggregateaufbereitung. Der 250.000ste Volkswagen Austauschmotor seit 1948 wird im Werk Kassel fertiggestellt. Ab dem 11. November werden neben den Volkswagen Transportern auch die Volkswagen Motoren im Werk Hannover produziert. Seitdem werden dort alle luftgekühlten und heute wassergekühlten Volkswagen Boxermotoren für den innerdeutschen Markt hergestellt.

1960

    Mit Beginn des neuen Modelljahres erhalten alle Volkswagen einen 34-PS-Motor und ein vollsynchronisiertes Getriebe.

1962

    In Hannover wird der 1.000.000ste Transporter fertiggestellt.

1967   Die 2. Transporter-Generation ( 1967-1979 )

    Vom ersten Transporter wurden 1.800.000 Exemplare gebaut. Daß der Transporter (der nach dem Motto "Oft kopiert, doch nie erreicht" schon zahlreiche Konkurrenten bekommen hatte)T2 sich nach wie vor glänzend verkaufte, hatte er einer klugen Management-Entscheidung zu verdanken: Im richtigen Moment, mitten in der "Talsohle" der bundesdeutschen Wirtschaft, kam der Nachfolger des Erfolgsmodells auf den Markt - ein viel moderneres, schöneres und auch viel sichereres Fahrzeug, das seinen 1.800.000 mal verkauften Vorgänger mit einem Schlag alt aussehen ließ. Durch die ungeteilte Frontscheibe, die jetzt stark gerundet ist, und die insgesamt vergrößerten Fenster kommt viel mehr Licht in den Innenraum und damit sind natürlich die Sichtverhältnisse für Fahrer und Mitfahrer besser geworden. Immer noch ist der Bulli ein Leichtgewicht mit 1.175 Kilogramm (Kastenwagen). Im Laufe der Jahre wird er immer schwerer werden, ein Tribut an die aufwendigere Technik und die Erfordernisse der passiven Sicherheit. Größer geworden ist er auch, außen nur um etwas mehr als 20 cm, innen aber ist der verfügbare Raum durch eine bessere Raumaufteilung sehr viel stärker gewachsen. Hinten gibt es nun grundsätzlich eine Schiebetür, und auch die Heckklappe ist erheblich größer geworden. Doch die nachhaltigste Veränderung verbirgt sich unter dem Blech: Die Hinterachse ist als Doppelgelenk-Schräglenkachse ausgebildet und verbessert die Fahreigenschaften des Bulli geradezu dramatisch. Die Vorderachse ist nun noch besser gefedert, Zweikreisbremsen unterstreichen den Anspruch, die Fahrsicherheit eines Personenwagens zu bieten. Auch der Komfort hat zugenommen: bessere Sitze, bessere Belüftung sowie eine Fülle von Detailverbesserungen. Ein stärkerer Motor mit 47 PS macht den Kastenwagen 110 km/h schnell. Einziger Wermutstropfen: Volkswagen tanzt keinen Samba mehr - die zusätzliche Fensterreihe in der Dachkrümmung ist mit dem Modellwechsel Vergangenheit geworden. Mindestens diese Variante des Bulli wird fortan zum Sammlerstück. Einmaliger Produktionsrekord auf dem südamerikanischen Halbkontinent: Bei Volkswagen do Brasil verläßt der 500.000ste brasilianische Volkswagen die Endmontage. Der Sicherheit wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Alle Fahrzeuge werden mit neuer Sicherheitslenksäule geliefert.

1968   Der 2.000.000ste Transporter wird gebaut.

    Im Alter von 69 Jahren verstirbt am 12. April Prof. Dr. Heinrich Nordhoff. Mit seiner Person sind Aufstieg und Erfolg des Volkswagens in aller Welt untrennbar verbunden. Sein Nachfolger wird Dr. Kurt Lotz, der bereits 1967 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt worden war.

1971

    Neuer 1,7 Liter Flachmotor, Hubraum 1679 ccm, Leistung 49 kW (66 PS) bei 4800/min. Der 3.000.000ste Transporter wird gebaut.

1975

    Größerer und stärkerer Motor für den T2:Hubraum 1970 ccm, Leistung 51 kW (70 PS) bei 4200/min.

1977

    Der 4.500.000ste Transporter ist fertiggestellt. Von der zweiten Transporter-Generation wurden 2.277.307 Exemplare gebaut.

1979   Die 3. Transporter-Generation ( 1979-1989 )

    Im Frühjahr 1979 kommt der neue Volkswagen Transporter auf den Markt, der neben den vielen technischen Neuerungen an Fahrwerk und Motor auch eine neu gestaltete Karosserie bietet mit verbesserten Sichtverhältnissen, vergrößerter Raumkapazität und erhöhtem Nutzwert dieses Fahrzeugs. Die dritte Generation des Volkswagen Transporters realisierte eine kleine Revolution: Der Computer hatte mit der Methode der finiten Elemente-Berechnung den Rahmen unter der Karosse zum Teil "weggerechnet" und dabei das Auto noch einmal steifer gemacht. Daß der Start dieses T3 nicht so berauschend wie erhofft ausfiel, dürfte an den Fahrleistungen gelegen haben. Denn der immer noch luftgekühlte Boxermotor hatte es nun mit einem Leergewicht von 1.385 Kilogramm zu tun. Mit dem kleineren (1584 ccm) Motor war er nicht schneller als 110 km/h. Und auch die stärkste Variante (1970 ccm/51 kW/70 PS) trieb das Fahrzeug mit maximal 127 km/h über die Autobahn - 3 km/h langsamer als den Vorgänger. Da hatten die unbestreitbaren Vorteile des Neuen es zunächst schwer, die internationale Kundschaft zu begeistern. Erst als der Wasser-Boxer und vor allem der Dieselmotor für mehr Leistung und Durchzugskraft sorgten, wurde der Transporter der dritten Generation zum Erfolgsmodell. Denn sie hatte viel zu bieten: Die um 125 mm breitere Karosse bot nun im Fahrerhaus drei vollwertige Sitze, Spur und Radstand waren gewachsen bei gleichzeitig geringerem Wendekreis. Der ganze Innenraum war nun größer und luftiger, sicherer und auch optisch moderner geworden. Doch die wichtigste Neuerung verbarg sich wiederum unter diesem Kleid: Fahrsicherheit und Komfort hatten einen Riesensprung nach vorn gemacht. Die Vorderachse - doppelte Querlenker, progressiv wirkende Schraubenfedern mit innenliegenden Teleskopstoßdämpfern, dazu ein Querstabilisator - ergänzte die im Prinzip unveränderte Schräglenker-Hinterachse ideal. Die Zuladung wuchs nun auf Werte nahe der magischen 1.000-Kilogramm-Grenze: 995 Kilo beim 1,6-Liter-Motor, 30 Kilo weniger beim schweren 2-l-Wagen. Neben der aktiven Fahrsicherheit nahm auch die passive Sicherheit zu. Crashtests halfen bei der Entwicklung jener Elemente, die im Fall eines Frontal- und Seitenaufpralls die Energie absorbieren und sich gezielt verformen. Im Vorbau des Fahrerhauses verbirgt sich ein Rammschutz, der in Kniehöhe angebracht ist, und in den Türen sorgen stabile Profile für den Seitenaufprallschutz.

1981   Produktionsbeginn des VW-Diesel-Bully in Hannover.

    Die Einführung des Vierzylinder-Diesel-Reihenmotors. Mit dem Selbstzünder startete auch die dritte Transporter-Generation durch; ein Jahr später legt der durchzugsstarke, wassergekühlte Boxermotor noch einmal nach. Am 8. März feiert das Volkswagenwerk Hannover sein 25jähriges Jubiläum: Mehr als 5 Millionen Nutzfahrzeuge waren seit der Eröffnung vom Band gelaufen. Der wassergekühlte Boxermotor sowie der modifizierte Dieselmotor des Golf schufen die dringend notwendige Aufbesserung des Transporters. Daß mit dem Diesel eine ganz neue Seite der Erfolgsstory aufgeschlagen worden war, wird den Machern in Hannover damals vielleicht nicht einmal bewußt geworden sein. Am 14. Dezember läuft der erste bei der Volkswagen Argentina S. A., Buenos Aires, gebaute Volkswagen Transporter vom Band.

1982

    Die zunächst doch etwas schwachbrüstigen Herzen der neuen Transporter wurden in flotter Folge aufgepäppelt: Es kamen 2 neue wassergekühlte Motoren und ein 5-Gang-Getriebe (als Option).

1983   Der Caravelle, die erste Großraumlimusine von Volkswagen

    1983 markierte einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Transporters:T3 Mit dem "Caravelle" erschien ein ganz und gar als komfortabler Personenwagen ausgelegtes Fahrzeug - eine Großraumlimousine, wenn man so will. Volkswagen folgte damit einer Entwicklung, die genau genommen schon mit der Vorstellung des legendären "Samba-Busses" im Juni 1951 eingeleitet worden war. Immer schon war der Bulli nicht nur ein idealer Transporter gewesen, dazu ein in schier unendlicher Variantenvielfalt ausbaufähiges Universalfahrzeug - sondern auch ein familienfreundliches Alltagsauto, ein Reisefreund par excellence, Lebensraum auf Rädern, automobile Freiheit. Im Angebot sind jetzt auch ein 90 PS-Einspritzmotor mit Katalysator und Servolenkung (als Angebot).

1985

    Vorstellung des allradangetriebenen Transporter "syncro", dessen Teile in Hannover produziert und beim Kooperationspartner Steyr Daimler Puch in Graz endmontiert werden. Es handelt sich um ein Nutzfahrzeug von hohem Gebrauchswert, auch abseits normaler Straßen. Seine neuartige Visco-Kupplung überträgt je nach Fahrzustand variabel Antriebskraft auf die Vorderachse, ist vollwertiger Ersatz für ein Zwischendifferential und baut bei Bedarf selbsttätig eine fast 100prozentige Sperrwirkung auf. Einführung des Turbo-Diesels und eines neuen, hubraumstarken 112 PS Einspritzmotors. Die Idee des "Multivan" schließt die Lücke zwischen Berufsalltag und Wochenende, die vielseitig einsetzbare Großraumlimousine ist geboren.

1986   Der Transporter ist Weltmeister.

    Der 6.000.000ste Transporter läuft vom Band. Damit ist der Transporter eindeutig Weltmeister in seiner Klasse. Rund 4,6 Millionen des Erfolgsfahrzeugs waren allein in Hannover produziert worden; dazu 1,6 Millionen Fahrzeuge in Wolfsburg, Brasilien, Afrika, Mexiko und Australien. Der Transporter wurde auf 180 Auslandsmärkten verkauft und hatte 1985 eine Exportquote von 56,8 Prozent.Er erhält die Komfortausstattung mit elektrischen Fensterhebern und Zentralverriegelung.

1988

    Das Volkswagen Wohnmobil "California" wird vorgestellt.50 Jahre Werk Braunschweig. Das ursprüngliche Vorwerk zur Ausbildung von Lehrlingen, technischen Fachkräften und Ingenieuren ist älter als das Hauptwerk in Wolfsburg.

1989/90

    Der hubraumstärkste Motor bekommt einen geregelten Dreiwege-Katalysator. Der Motor: Hubraum 2109 ccm, Leistung 68 kW (92 PS) bei 4500/min. Von der dritten Generation des Transporters werden insgesamt 1.227.669 Exemplare hergestellt.

1990   Die 4. Transporter-Generation ( 1990-2002 )

    Am 6. Januar ist der Produktionsbeginn der vierten Transporter-Generation (T4).Das neue Konzept ist ähnlich revolutionär, wie es der Wechsel vom Käfer zum Golf gewesen war: Frontmotor, Frontantrieb ("Zugkopfprinzip") mit quer zur Fahrtrichtung eingebautem wassergekühlten Reihenmotor mit 45 bis 81 kW, neue Doppelquerlenker-Achse vorn, hinten Schräglenkerachse.T4 Zwei Radstände: 2.920 mm und 3.320 mm, drei Nutzklassen mit 800 kg, 1.000 kg und 1.200 kg (Punktlast). Für den Markt bedeutete die Einführung des T4 eine kleine Sensation, denn das Fahrzeug räumt mit allen Vorstellungen vom Bulli auf - und ist dennoch ebenso ein waschechter Volkswagen wie es der Käfernachfolger, der Golf, geworden ist. Das neue Fahrzeug ist in all seinen Eigenschaften so viel besser geworden, daß der Ausdruck vom Quantensprung nicht übertreibt. Und der T4 ist noch einmal vielseitiger als seine sprichwörtlich universellen Vorgänger, denn er wird mit noch mehr Variationsmöglichkeiten des Aufbaus (etwa der wahlweise erhältlichen Flügeltür) geliefert. Der Markt nimmt die vierte Generation des Typ 2 begeistert auf. Schon Monate vor den ersten Auslieferungen füllen sich die Auftragsbücher. Und auch der T3 läuft noch einige Zeit weiter, bevor die Produktion nach Österreich verlagert wird, sich auf den Bau des syncro einengt und schließlich ganz eingestellt wird. 40jähriges Jubiläum des Volkswagen Transporters: Fast 6.700.000 Transporter wurden in diesen vier Jahrzehnten in 3 Generationen gebaut.

1992

    Das Gemeinschaftsunternehmen Ching Chung Motor Co., Ltd. wird in Taipeh/Taiwan gegründet. Der Anteil der Volkswagen AG an diesem Unternehmen beträgt ein Drittel des Gesamtkapitals. Mit einer Kapazität von jährlich 30.000 Fahrzeugen sollen dort ab 1993 die neuen Transporter verkauft und produziert werden.
    Bei der Steyr-Daimler-Puch AG in Graz wird die Produktion des Transporters der 3. Generation eingestellt. Seit Ende 1990 wurden dort 61.903 Fahrzeuge gebaut.

1993

    Im Januar kommt der "Umweltdiesel" Vierzylinder 1,9 l TD, 1896 ccm, Leistung 50 kW (68 PS) bei 3700/min auf den Markt.

1994

    Der 500.000ste T4 wird in Hannover gebaut.

1995

    Der Vorsitzende der Geschäftsleitung Volkswagen Nutzfahrzeuge, Bernd Wiedemann, stellt in einer Pressekonferenz im Juli Volkswagen Nutzfahrzeuge als eigenständige Marke "VWN" der Öffentlichkeit vor. Produziert wird vor allem in Europa und Südamerika. Das Gewicht der neuen Marke: 10 Milliarden Mark Umsatz pro Jahr auf den Märkten der Welt.

1996

    Die Differenzierung der Produkte nach innen geschieht praktisch zeitgleich mit der neuen Konzernpolitik: Volkswagen Nutzfahrzeuge holt 1996 eine Entwicklung nach, die sich fast schon auf dem Notizblock von Ben Pon angedeutet hatte. Das Erfolgsfahrzeug aus Hannover wird zum Zwillingspaar: Der Transporter, die Personenwagen-Linie mit Multivan (Allstar und Classic) und Caravelle.
    Und zum Jubiläum erhält dieses komfortable Fahrzeug zwei aufregend neue Motoren: Einen sportlichen 2,8 l VR6 Motor mit Katalysator und 140 PS (103 kW), und ein temperamentvolles Sparwunder, den 2,5 l TDI Kat - einen Diesel-Direkteinspritzer, der den Transporter mit einer Tankfüllung in fast alle seine europäischen Kernmärkte fahren kann.
    Das Volkswagenwerk in Hannover selbst ist nach rund 30 Großbauvorhaben im Laufe seiner 40jährigen Geschichte immer noch nicht zur Ruhe gekommen, weitere Erweiterungen sind geplant. Dieser "unmögliche Transporter", der von Hannover aus die Welt des Automobils verändert hat, hat viel - vielleicht mehr als wir glauben - das Gesicht unserer Welt, unser Lebensgefühl und unsere Erinnerungen geprägt.Vier Generationen Transporter von Volkswagen, jeder einzelne Typ unverwechselbar, liebenswert, jedes Mal ein Schritt voran an die Spitze der Automobiltechnik.

1997

    Der 8000000. Volkswagen-Transporter wird produziert.

1998

    Eine Million T4. Zu diesem Jubiläum erhält der Bestseller neue leistungsstarke Dieselantriebe: TDI 65 kW, TDI 75 kW Automatik und TDI 75 kW syncro. Als stärkster Dieselmotor steht nun ein TDI 111 kW zur Verfügung.

1999

    Der überarbeitete Multivan mit verbesserter Innenraumgestaltung wird vorgestellt - er verfügt zum Beispiel über drehbare Einzelsitze in der zweiten Reihe.

    Volkswagen Nutzfahrzeuge erfüllt alle Wünsche vom einfachen Kastenwagen über branchenspezifische Komplettfahrzeuge bis zum voll ausgestatteten multimedialen Office-Mobil, der Großraumlimousine Caravelle Business. Mit überlegener Diesel-Direkteinspritzer-Technologie, die bis zum dynamischen Spitzentriebwerk mit 111 kW reicht, ist Volkswagen Nutzfahrzeuge weltweit führend. Wirtschaftlichkeit, Qualität, Funktionalität, Sicherheit, Design und Technik charakterisieren die Fahrzeuge, die kontinuierlich optimiert werden.

2000

    Caravelle und Multivan erhalten den neuen Benzinmotor V6 mit 150 KW.

2001

    Im Januar stellt VWN die Studie "Microbus" auf der North American International
    MicrobusAuto Show in Detroit vor. Die Studie knüpft an die Traditionen des VW-Bulli an und sorgt für internationales Echo in den Medien.








2002

    Die Werke Hannover und Poznan werden weiter für die Produktion der neuen Transportergenerationen T5 und Stadtlieferwagen ausgebaut. Dafür werden insgesamt 1 Milliarde Euro investiert.

    Im Juni erhält der Standort Hannover den Zuschlag für den Bau des Microbus, die neue Interpretation der Großraum- und Freizeitlimousine. Im Rahmen des Projektes 5000 x 5000 werden damit in naher Zukunft 1500 neue Arbeitsplätze in Hannover geschaffen. Die Produktion des Fahrzeugs, das hauptsächlich auf den amerikanischen Markt zielt, soll Ende 2006 beginnen.

2003   Die 5. Transporter-Generation ( 2003-heute )

    Am 3. März fällt der Startschuss für die Serienproduktion des neuen Multivan.
    T5 Nach 13 Jahren erhält der T4, bis dahin Maß aller Dinge für Transporter, Großraum-limousinen und Freizeitmobile, mehr als würdige Nachfolger. Die neuen Modellreihen Multivan und Transporter sind nunmehr eigenständige, deutlich differenzierte Fahrzeuge.

    Der Multivan erlebt seine Fahrvorstellung in Valencia und wird im März auf dem Automobilsalon in Genf der Öffentlichkeit präsentiert. Der in drei Grundversionen angebotene Multivan überzeugt als familienfreundliche Großraumlimousine und durch seine höchst flexible Innenausstattung. Im Basismodell, in der Serienausstattung Comfortline sowie in der "Highline"-Variante ermöglicht das variable Schienensystem die freie Verschiebbarkeit der Rückbank sowie den Einbau zusätzlicher Tische, Sitze oder Transporthalterungen. Die Fachpresse reagiert euphorisch: "Er zieht wie ein Stier!", schreibt beispielsweise "Auto Motor Sport" über den Multivan und titelt: "Roter Riese". Und das Fazit der "Auto Bild" lautet: "Der Multivan setzt neue Maßstäbe in seiner Klasse." Der neue Transporter gibt im April seine Messepremiere auf der AMI in Leipzig.

    Komplett neu konzipiert, bietet der "Neue" den Kunden noch größere Möglichkeiten: Mit drei Dachhöhen, als klassischer Kastenwagen, Kombi, Pritsche, Doppelkabine oder Fahrgestell, gebaut in acht Karosserieformen und 375 Varianten sowie der Wahlmöglichkeit zwischen vier Diesel- und zwei Benzinmotoren, erfüllt der neue Transporter jeden individuellen Wunsch.

    Und sofort hagelt es renommierte Preise: Der neue Transporter wird "Transporter des Jahres" in der Expertenwahl der Fachzeitschriften "Lastauto Omnibus" und "transaktuell". Die englische Fachzeitschrift "What Van" kürt ihn zum "Van of the Year". Und im September zeichnet ihn die internationalen Fachjournalisten der ACE mit dem begehrtesten aller Preise aus: Der neue Transporter wird "International Van of the Year 2004".

    Der neue California wird im August auf dem Düsseldorfer Caravansalon erstmals gezeigt. Revolutionär sind unter anderem die Leichtbaumöbel aus Aluwell und das elektrohydraulisch aufstellbare Dach - ebenfalls aus Aluminium. Neu ist auch die Fertigung in Eigenregie. Ab 2004 baut Volkswagen Nutzfahrzeuge den California in einem kleinen, neuen Werk in Hannover-Limmer.